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Gemeinsam
gegen Demenz
Das Rathaus
kommt zum Bürger: Die Stadt Monheim bietet mit einer neuen Außensprechstunde
ein niederschwelliges Beratungsangebot für Demenzkranke und ihre
Angehörigen. Auch im St. Josef Krankenhaus Monheim.
Auf dem Herd
verkocht unbeaufsichtigt das Wasser im Kochtopf, weil es vergessen
wurde. Der Ehepartner wird des Diebstahls persönlicher Sachen beschuldigt.
Die Mutter wiederholt immer und immer wieder dieselbe Frage. "Demenz
stellt eine enorme Belastung für alle Beteiligten dar", weiß Saskia
Mandt, Diplom-Sozialarbeiterin im Dienst der Stadt Monheim. Demnächst
wird sie nicht nur im Rathaus für Demenzkranke und ihre Angehörigen
da sein, sondern auch im St. Josef Krankenhaus Monheim und im Gertrud-Borkott-Haus,
einer Senioren-Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Demenz
erhält mehr Raum in Monheim", erläutert Marion Warden, Leiterin
des Bereichs Ordnung und Soziales der Stadt. Und das ist dringend
nötig: Die Bevölkerung wird immer älter, das Risiko an Demenz zu
erkranken steigt im hohen Alter stark an. "Die Kooperation der Stadt
mit dem St. Josef Krankenhaus Monheim und der AWO ist ein wichtiger
Schritt für die Versorgung Demenzkranker in Monheim", freut sich
auch Stephanie Schäfer, Klinik- und Pflegedienstleiterin des St.
Josef Krankenhauses Monheim. "Niemand muss mit dieser Krankheit
alleine umgehen."
Oft ist nach
außen hin noch alles in Ordnung, wenn die Demenz sich erste Wege
bahnt. "Meist beginnt es mit kleinen Unsicherheiten, Vergesslichkeiten,
Verständnisschwierigkeiten Dinge, die nicht weiter auffallen",
weiß Ursula Nieswand, Leiterin des Gertrud-Borkott-Hauses. Und Marion
Warden ergänzt: "Das ist wie mit einem Bücherregal, aus dem einige
Bücher fehlen: Die Informationen sind weg und können nicht mehr
zurückgeholt werden." Auch Maria Schraa, Pflegedirektorin im Kplus-Verbund,
zu dem das St. Josef Krankenhaus gehört, kennt viele Beispiele aus
der Praxis: "Eine demente Person kann nicht sagen, wie alt sie aktuell
ist, aber ihr Geburtsdatum wird sie noch sehr lange parat haben."
Lange erlernte Verhaltensmuster und Informationen bleiben meist
lange erhalten. Aktuelle Geschehnisse, wie der Ablageort der Brille
oder des Portemonnaies, sind schnell nicht mehr abrufbar. Der Krankheitsverlauf
ist schleichend, aber nicht aufzuhalten. Angehörige und Betroffene
sind deshalb gut beraten, wenn sie frühzeitig das kostenlose Gesprächsangebot
der Stadt in Anspruch nehmen.
Die Außensprechstunde
von Saskia Mandt findet ab Februar an jedem ersten Donnerstag im
Monat von zehn bis zwölf Uhr im Büro des Sozialen Dienstes im St.
Josef Krankenhaus Monheim statt. Zusätzlich an jedem dritten Mittwoch
im Monat von zehn bis zwölf Uhr im Gertrud-Borkott-Haus. Eine Anmeldung
ist nicht erforderlich. Das Angebot ist kostenfrei.
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