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Gewitter
im Kopf - Migräne
Der Schmerz
kommt hämmernd und pochend. Geräusche und Licht bereiten zusätzliche
Qualen. Häufig kommen Übelkeit und gelegentlich gehen Seh- und Gefühlsstörungen
oder sogar Lähmungen und Sprachstörungen voraus. Migräne ist eine
Erkrankung des Gehirns und mehr als ein einfacher Kopfschmerz. Über
das Gewitter im Kopf spricht Dr. Hans-Claus Leopold, Chefarzt der
Neurologie an der St. Lukas Klinik in Solingen, in einem Vortrag
der Reihe "Gesundheit!" am 14. Juni im St. Josef Krankenhaus Monheim.
Kopfschmerzen
hat fast jeder einmal. Was unterscheidet die Migräne von anderen
häufigen Kopfschmerzarten wie beispielsweise den Spannungskopfschmerzen?
Dr. Hans-Claus Leopold: Nicht jeder Kopfschmerz ist automatisch
eine Migräne. Die Migräne zeichnet sich durch einen pulsierenden,
pochenden oder hämmernden Schmerz aus, Spannungskopfschmerzen sind
eher dumpf und drückend. Ein Migräneanfall erfordert äußerste Ruhe,
während Spannungskopfschmerzen häufig durch leichte Bewegung verschwinden.
Ausschlaggebend sind außerdem die Begleiterscheinungen der Migräne
wie zum Beispiel Übelkeit, Seh- oder Gefühlsstörungen.
Was sind
die Ursachen für die Migräne?
Dr. Hans-Claus Leopold: Grundlage ist eine erblich bedingte Instabilität
des Schmerzsystems im Gehirn. Sekundär spielen Gefäßerweiterungen
mit entzündlichen Reaktionen eine Rolle. In Verbindung mit individuell
sehr unterschiedlichen Auslösern - den Triggern - kann es dann zu
einem akuten Migräneanfall kommen. Dies kann beispielsweise der
Verzehr bestimmter Lebensmittel, ein unregelmäßiger Schlafrhythmus
oder auch innerer oder äußerer Stress oder sogar die Entspannung
am Wochenende sein.
Wie kann
eine geeignete Therapie aussehen?
Dr. Hans-Claus Leopold: Die Migräne ist nicht heilbar - man kann
sie aber gut behandeln. Hierbei ist ein individueller Therapieplan
sehr wichtig. Besondere Medikamente, so genannte Triptane, helfen
bei Migräneattacken. Zusätzlich ist es sinnvoll, Strategien zu erlernen,
die über die Behandlung der akuten Schmerzphase hinaus vorbeugend
wirkungsvoll sind. Hierzu zählen Entspannungstraining, Ausdauersport,
die Vermeidung bekannter Auslöser, unter Umständen aber auch eine
medikamentöse Prophylaxe.
Termin:
14. Juni 2010, 19.30 Uhr
Gewitter im Kopf - Migräne
Referent: Dr. Hans-Claus Leopold, Chefarzt Neurologie St. Lukas
Klinik, Solingen
Ort: Veranstaltungsraum 3. Etage, St. Josef Krankenhaus Monheim,
Alte Schulstraße 21-23
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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