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Die Bombe
entschärfen
Rund 12.000
Menschen versterben jedes Jahr in Deutschland an einem nicht diagnostizierten
Bauchaortenaneurysma. Dabei kann die gefährliche Aussackung der
Bauchschlagader mit einer einfachen Vorsorgeuntersuchung entdeckt
werden, die den Patienten nicht belastet. Das Gefäßzentrum Kplus
Haan nimmt mit einer Veranstaltung am 8. Mai 2010 am bundesweiten
Screeningtag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin
teil.
2,6 Prozent
aller Männer in Deutschland haben ein Bauchaortenaneurysma
ohne es zu wissen. Und wenn man alle Deutschen ab dem 65. Lebensjahr
betrachtet, sind sogar 14 Prozent betroffen ohne je ein Symptom
verspürt zu haben. Denn das ist das Tückische an der Aussackung
der Bauchschlagader, dem Bauchaortenaneurysma: Wie eine tickende
Bombe schlummert es unbemerkt im Bauch des Patienten. Bei Männern
sechsmal häufiger als bei Frauen. "Erst bei einer sehr starken Größenzunahme
des Aneurysmas kann es zu ausgeprägten Rücken- oder Bauchschmerzen
kommen, die dann häufig falsch interpretiert werden", weiß Dr. Udo
Huberts, Chefarzt der Gefäßchirurgie am St. Josef Krankenhaus Haan.
"Rund 12.000 Menschen versterben deshalb jährlich an einem geplatzten
Aneurysma." Eine Situation, die Dr. Udo Huberts und sein Team im
Gefäßzentrum Kplus Haan gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft
für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) entschärfen wollen. Deshalb
beteiligen sich die Haaner Gefäßchirurgen mit einer Screeningaktion
am bundesweiten Gefäßtag der DGG: Am 8. Mai sind alle Interessierten
von 9 bis 14 Uhr zu einer kostenlosen Ultraschalluntersuchung in
die Aula im St. Josef Krankenhaus eingeladen.
Hierbei wird
festgestellt, ob die Hauptschlagader im Bauchraum vergrößert ist.
"Normalerweise misst die Bauchaorta bei Männern 2,2 Zentimeter,
bei Frauen 1,8 cm im Durchmesser", erläutert Dr. Udo Huberts. Bei
einer Vergrößerung um mindestens das Doppelte spricht man von einer
Erweiterung, die behandelt werden sollte. Wichtig ist aber auch,
wie schnell die Erweiterung fortschreitet. Betroffenen mit kleineren
Aussackungen wird deshalb eine halbjährliche Ultraschalluntersuchung
nahe gelegt. "Auch wenn es zu einem schnellen Größenwachstum kommt,
ist eine Operation unabwendbar", erklärt Dr. Udo Huberts. Eine schnelle
Diagnose und Therapie ist lebenswichtig. Denn wenn das Aneurysma
platzt bleibt nicht viel Zeit, um ein geeignetes Krankenhaus aufzusuchen
und die Operation durchzuführen. Eine breit angelegte Vorsorgeuntersuchung
- Screening - der Bauchschlagader mit einer einfachen, den Patienten
nicht belastenden Ultraschalluntersuchung könnte viele Leben retten.
"Deshalb sind wir gemeinsam mit der DGG daran interessiert, dass
eine solche Untersuchung zukünftig von den Krankenkassen bezahlt
wird", plädiert Dr. Udo Huberts für das Screening. Denn Studien
aus anderen europäischen Ländern haben gezeigt, dass das Risiko,
an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma zu sterben so um 50 Prozent
gesenkt werden könnte.
Screeningtag Bauchaortenaneurysma
8. Mai 2010, 9 bis 14 Uhr
Aula des St. Josef Krankenhauses Haan
Kostenlose Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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