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Männer
sind Vorsorgemuffel
Eine früh
erkannte - und entsprechend behandelte - Krebserkrankung hat deutlich
bessere Heilungschancen als eine, die aufgrund von Beschwerden erkannt
wurde. Doch die Vorsorgeuntersuchungen werden nur selten wahrgenommen.
Zum offiziellen Welttag gegen den Krebs sprechen sich die Experten
des Tumorzentrums Kplus für die Vorsorgeuntersuchungen aus.
Gesundheit gilt
oft als das höchste Gut. Wenn man die Zahlen kennt, möchte man an
dieser Aussage jedoch zweifeln: Nur 14 Prozent der Männer und 49
Prozent der Frauen gehen zu Krebs-Vorsorgeuntersuchungen. Bösartige
Tumore wachsen meist langsam und bleiben, weil sie im Anfangsstadium
keine Schmerzen verursachen, meist lange unentdeckt. "Dabei kann
ein früh erkannter und entsprechend behandelter Tumor mit einer
deutlich höheren Wahrscheinlichkeit geheilt werden", sagt Dr. Michael
Frenken, Vorsitzender des Tumorzentrums Kplus und Chefarzt der Chirurgie
am St. Josef Krankenhaus Monheim. "Wir können also nur appellieren:
Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen wahr!" Bestimmte Untersuchungen
gehören zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen (siehe
unten).
"Der Kampf gegen
den Krebs kann nur im Team gewonnen werden und beginnt mit den Vorsorgeuntersuchungen",
fährt Dr. Michael Frenken fort. Fachärzte, Therapeuten, Psychologen,
Sozialarbeiter und Seelsorger - alle arbeiten Hand in Hand. Um die
Zusammenarbeit für die Region weiter zu optimieren, wurde innerhalb
der Krankenhäuser des Kplus-Verbundes das Tumorzentrum Kplus gegründet,
zu dem die katholischen Häuser in Haan, Hilden, Monheim, Solingen
und Leverkusen gehören. "Wir knüpfen mit dem Tumorzentrum ein dichtes
Netz, das alle Patienten mit der Diagnose Krebs in unserer Region
sicher auffängt", so Dr. Michael Frenken. Neben der fächerübergreifenden
Zusammenarbeit beispielsweise in den so genannten Tumorkonferenzen
gehören auch die Organisation von Fortbildungen zu spezifischen
Krankheitsbildern und regelmäßige Patientenforen zu den Aufgaben.
"Wissen ist eine wesentliche Waffe im Kampf gegen den Krebs."
Viele Vorsorgeuntersuchungen
gelten als unangenehm - insbesondere die Darmspiegelung. "Inzwischen
gibt es geschmacklich deutlich verbesserte Medikamente zur Darmreinigung",
erklärt Dr. Henning Henke, stellvertretender Vorsitzender des Tumorzentrums
Kplus und Chefarzt der Inneren Medizin im St. Josef Krankenhaus
Haan. Mit der "Schlummerspritze" geht auch die Untersuchung, bei
der ein dünner, biegsamer Schlauch in den Darm eingeführt wird,
vom Patienten fast unbemerkt vorbei. "Viele erinnern sich später
gar nicht mehr an die Spiegelung", erklärt Henke, der als Gastroenterologe
Fachmann für Erkrankungen des Verdauungstraktes ist. Gerade die
so genannte Koloskopie kann das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken,
gegen null sinken lassen. Denn während der Untersuchung können zunächst
gutartige Polypen, die sich im Laufe von vielen Jahren zu bösartigen
Tumoren entwickeln können, abgetragen werden. Aber auch andere Möglichkeiten
wie die jährliche Prostatauntersuchung bei Männern ab 45 Jahren
oder die Untersuchung des Gebärmuttermundes bei Frauen ab 20 Jahren
sollten nicht versäumt werden. Gesund leben gehört natürlich auch
zum Vorsorgeprogramm, denn viele Krebserkrankungen sind leider direkte
Folge einer ungesunden Lebensweise.
Krebsfrüherkennung
ab 35. Lebensjahr: Hautuntersuchung
zwischen 50. und 54. Lebensjahr: jährliche Untersuchung auf verstecktes
Blut im Stuhl
ab 55. Lebensjahr: alle zehn Jahre Darmspiegelung oder Untersuchung
auf verstecktes Blut alle zwei Jahre
Frauen
ab 20. Lebensjahr: gynäkologische Tastuntersuchung und Zellabstrich
ab 30. Lebensjahr: Tastuntersuchung der Brust und Anleitung zur
Selbstuntersuchung
zwischen 50. und 69. Lebensjahr: alle zwei Jahre Röntgenuntersuchung
der Brust (Mammographie)
Männer
ab 45. Lebensjahr: jährliche Prostata und Genitaluntersuchung
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